Formula Student Austria 2016 im Rückblick

Kurzfassung: Es ging ums Überleben (des Endurance Bewerbs), Statics war das erste Mal so richtig mit dabei, Unsere Campsite war Weltklasse – diesmal sogar mit SPA-Bereich

©Mario Vukits

©Mario Vukits

Anreise:

Früh begonnen, spät Schluss gemacht ist eine Konstante die sich durch die ganzen Bewerbstage zieht. So auch am Anreisetag: Schon früh begannen die ersten Fleißigen die Ausrüstung für Spielberg in die Autos, Transporter und Anhänger zu räumen. Um die Mittagszeit ging es dann los in Richtung Spielberg. Wir hatten Glück, dass wir recht früh an Ort und Stelle waren. So gelang es uns, den schwarzen Wolken mit dem vielen Nass innendrin zuvor zu kommen, und das Camp noch im Trockenen aufzubauen. Leider war das vielen Teams nicht vergönnt, welche dann in der nassen Wiese schlafen mussten. Am Abend verwöhnte uns dann unser Gourmetkoch Mario (Mario Dohr) mit seinen Spezialitäten aus der Campküche. Beim abschließenden Teammeeting wurden noch die notwendigen Vorbereitungen für das am Folgetag stattfindende Scrutineering besprochen, und dann gings ab in die Heia.

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Tag 1: Technische Abnahme (Scrutineering)

Vom technischen Leiter Krombi (Florian Kronberger) wurde als Tagesziel das Bestehen der technischen Abnahme ausgegeben. Unsere Werkstattcrew samt Fahrer war schon früh am Morgen auf den Beinen, um eventuell etwas früher beim Scrutineering dranzukommen, als die hohe Nummer 27 versprach. Leider war das Glück nicht auf unserer Seite, sodass das Team bis zum späten Nachmittag warten musste um endlich dranzukommen. Dank der guten Vorarbeit der Werkstattcrew ging die Prozedur dann aber recht schnell über die Bühne, sodass der erste Tag bereits als erfolgreich gelten konnte. Beim abschließenden Teammeeting wurden wiederrum alle Angelegenheiten für den Folgetag besprochen.

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Tag 2: Cost Report, Engineering Design Report, Business Plan Presentation, Tilt Test, Noise Test, Brake Test

Am Morgen des zweiten Tages standen für unseren CR116 noch die restlichen Teile der technischen Abnahme an. Der Kipptest (Tilt Test) lief sehr gut, der Noise Test bereitete uns aber schon vorher Sorge, und musste dann auch ein paar Mal wiederholt werden, bis der Wagen ausreichend leise war um zu bestehen. Der Brake Test konnte dann wieder ohne Probleme absolviert werden. Danach stand der zweite Tag stand ganz im Zeichen der statischen Bewerbe. Dies war das erste Mal, dass sich das Team auf diese Möglichkeiten des Punktegewinns gezielt vorbereitet hatte. Die eingefleischte Truppe um Coco (Corinna Epple) erhoffte sich natürlich ein paar Punkte aus dem Bewerb, viel wichtiger war jedoch das aufschlussreiche Feedback nach den jeweiligen Präsentationen. Um 11 startete das Team Cost Report, um 12:30 stand schließlich auch der Engineering Design Report am Plan. Am späten Nachmittag gingen sich dann noch ein paar Runden in der Practice Area aus, wodurch wir noch kleinere Schwierigkeiten aufmerksam wurden und diese auch gleich beheben konnten. Als am Abend schließlich auch die Business Presentation zu Ende war, hatte das Team erstmals an allen statischen Bewerben teilgenommen und erhoffte sich aufschlussreiches Feedback und auch ein paar Punkte. Am Abend wurden wir im Camp von unserem Spitzenkoch Mario und seinem Team wieder nach allen Regeln der Kochkunst verwöhnt, um am nächsten Tag fit für die ersten dynamischen Disziplinen zu sein. Es war außerdem unsere Physiotherapeutin Bea (Bea Brunner) zum Team gestoßen, die uns auch gleich mit einer kleinen Fitnesseinheit auf die körperlichen Strapazen des kommenden Tages vorbereitete. Das Statics Team feierte die erfolgreich absolvierten Bewerbe noch bis in die Nacht hinein, während die Werkstatt Crew sich samt Fahrern für den Folgetag rüstete.

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Tag 3: Acceleration, Skidpad, Autocross

Im Acceleration Bewerb zeigte sich leider mangelnde Motorleistung unseres CR116. So konnten wir mit 6,3 Sekunden, welche der Wagen für die 75 Meter benötigte, leider nur einen der letzten Plätze im Klassement erreichen. Ebenso erging es uns beim Skidpad und Autocross. Das Problem der mangelnden Motorleistung sollte uns noch bis in den Abend beschäftigen, da die Werkstattcrew fieberhaft versuchte das Problem zu lokalisieren. Schließlich gelang es den versierten Ingenieuren doch noch herauszufinden, dass zwei Zylinder von den Vieren nicht funktionieren, der Motor lief quasi nur auf zwei „Häferl“. Dadurch, dass die Zylinder 2 und 3 davon betroffen waren, klang der Motor normal, wodurch der Fehler so lange verborgen blieb. Nach dieser Erkenntnis war zumindest die schwache Motorleistung erklärt. Der exzessive Spritverbrauch von etwa 40l auf 100km jedoch nicht, bis sich herausstellte, dass die Lambdasonde defekt war, und getauscht werden musste. Nachdem ein paar Einstellungen am Motormapping vorgenommen wurden, um der gerade erst erkannten 2-Zylinder-Situation gerecht zu werden, hoffte das Team darauf, den am nächsten Tag folgenden, allerwichtigsten dynamischen Bewerb, die Endurance, irgendwie zu überstehen. Unsere Physiotherapeutin Bea hatte inzwischen eine motivierende Fitnessaktivität für uns entwickelt, das Bieryoga®. Dies brachte etwas Auflockerung in den Abend, jedoch war gedämpfte Stimmung aber auch viel Hoffnung dabei, als wir uns für den kommenden Tag vorbereiteten.

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Tag 4: Endurance, Abschlussparty

Das Ziel für den letzten Tag war klar, die Fahrer Krombi und Jojo (Johannes Meixner) top vorbereitet: die 22 Runden der Endurance mussten irgendwie überstanden werden. Bedingt durch unsere durchwachsene Zeit beim Autocross am Vortag, waren wir bereits als Nummer 3 an der Reihe. So war das gesamte Team schon früh auf den Beinen um den beiden Fahrern bei ihrer herausfordernden Aufgabe beizustehen. Nachdem wir als Dritte gestartet waren, gelang es Jojo bald, den Wagen des befreundeten Teams aus Heilbronn zu überholen. Heilbronn hatte leider gravierende Probleme, sodass der Wagen bald aus dem Bewerb ausschied. Wir hatten gehofft, dass unser Wagen zumindest bis zum Fahrerwechsel durchhält, umso größer war die Freude, als Jojo nach hervorragender Leistung in der ersten Hälfte, für die Übergabe an Krombi in die Box einbog. Als der Wagen danach wieder problemlos ansprang und Krombi auf die Strecke fuhr war der Jubel im Team riesengroß. Dieser wich aber gleich wieder einer angespannten Stille, denn eine Hürde hatte der Wagen noch zu nehmen: den Kalkulationen unserer exzellenten Ingenieure folgend, müsste der Sprit, basierend auf den Daten vom Vortag irgendwo bei Runde 17 oder 18 ausgehen. Jeder im Team fieberte neben der Strecke und zählte fingernägelkauend die Runden. Es gab erhebliche Differenzen beim Zählen, und so war manch eine(r) überrascht, dass es schon vorbei war.  Nun brachen alle Dämme. Wir haben die Endurance trotz aller Schwierigkeiten geschafft. Alle im Team fielen sich in die Arme. Erstmals haben wir in allen Bewerben gepunktet! Was für ein Event! Zum Bieryoga am Abend kamen diesmal auch unsere Freunde von der TU Wien. Diese waren ganz überrascht, dass man dabei tatsächlich ins Schwitzen kommt.

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Zur Party danach nur ein Wort: EPIC!! 😉

©Paul Minh Hoang Huynh Revolve NTNU

©Paul Minh Hoang Huynh Revolve NTNU

Tag 5: Abreise

Trotz gewisser Überbleibsel von der Abschlussparty, wurde schon früh am Morgen mit den „Abrissarbeiten“ am Camp begonnen. Sehr müde und auch sehr froh über die guten Ergebnisse traten wir die Heimreise aus Spielberg an. Offenbar hatte unser Chefelektriker während der Heimfahrt eine Eingebung, denn nach nur einer halben Stunde zuhause lief der Wagen wieder auf 4 Häferln. Das ganze Team war nun guter Dinge für den Bewerb in Ungarn…

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Noch ein paar Zahlen:

 

FSA 2015

FSA 2016

Steigerung

Static

68,9

150,6

219%

Dynamic

106,8

163,5

153%

Overall

175,7

314,1

179%