OS.Car Racing Team @ Formula Student Italy

Von 19. Juli bis 23. Juli 2017 fand in Varano de‘ Melegari (in der Nähe von Parma) Formula SAE Italy & Formula Electric Italy 2017 statt. Für das OS.Car Racing Team war es die erste Teilnahme an diesem Event überhaupt, und außerdem der erste Bewerb der Saison 2016/2017.

Dem Event gingen zahlreiche schlaflose Nächte voraus, denn nach Abschluss des Semesters musste noch einiges für das Event vorbereitet werden. Aufgrund technischer Probleme, die sich kurzfristig herauskristallisierten, konnte der CR117 Scatha nicht so intensiv wie geplant getestet werden. Die Vorbereitungen für die Abreise liefen dennoch wie geplant, und so ging es los Richtung Italien.

Tag 1:

Nach 8,5 Stunden Fahrt endlich angekommen konnten wir uns als eines der ersten Teams registrieren. Wir bekamen außerdem den sehr guten 2. Slot fürs Scrutineering zugeteilt. Danach wurde die Box bezogen, und letzte Vorbereitungen  für die technische Abnahme und die Statics Bewerbe getroffen.

Tag 2:

Der zweite Tag war von Anfang bis Ende durchgeplant. Am Morgen die technische Abnahme, zu Mittag Business Presentation und am Abend noch das Cost Event. Für die Boxencrew bedeutete das früh aufstehen, ab 9 Uhr war Scrutineering angesagt, wir wollten ja möglichst schnell und problemlos durchkommen. Während die Techniktruppe der Überprüfung entgegenfieberte, war das Team Business Plan schon bereit für den Auftritt beim Presentation Event, welches um 12:30 stattfinden sollte. Dieses verlief leider nicht so gut wie erhofft, jedoch konnten viele Erfahrungen für die Präsentation bei den kommenden Bewerben gewonnen werden. Dafür lief das Scrutineering wie erwartet: das Auto entsprach den Regeln weitgehend, sodass nur kleinere Änderungen vorzunehmen waren. Diese waren bis zum Abend abgeschlossen. Um 18 Uhr fand schließlich das Cost Event statt, welches bedeutend besser lief als die Business Presentation. So gelang dem Team ein erfolgreicher Start ins Event.

Tag 3:

Nun stand der Abschluss des Scrutineerings mit Tilt- und Noise-Test, sowie das Design Event an. Durch die gute Leistung vom Vortag konnten gleich am Morgen mit dem Tilt-Test gestartet werden. Dieser wurde beim ersten Versuch bestanden, sodass wir voller Eifer sogleich zum Noise-Test eilten. Hier benötigten wir 2 Durchgänge, was auch an der äußerst genauen Messmethode lag. Anschließend gab es den Brake-Test zu bestehen. Nach einigen Versuchen klappte auch dieser letzte Test, sodass wir alle Aufkleber der technischen Abnahme hatten.

Tag 4:

Am ersten Tag der dynamischen Bewerbe starteten wir gleich in der Practise Area, damit sich die Fahrer auf Acceleration und Skid Pad warm fahren konnten. Leider zwang uns ein Problem mit der Kette zu einer frühen Rückkehr in die Box. Die Reparatur der Kette nahm dann den ganzen Vormittag in Anspruch, sodass wir erst zu Mittag in die dynamischen Disziplinen starten konnten. Da die Zeit sehr begrenzt war, wurde bei Acceleration und Skid Pad jeweils nur ein Versuch gefahren, um noch bei beiden Disziplinen zu punkten. Die Zeit beim Skid Pad war im Mittelfeld, jedoch konnten wir bei Acceleration eine sehr gute Zeit erreichen. Beim zweiten Acceleration Run konnte der Fahrer dann nicht mehr schalten, den Run aber noch abschließen. Zurück in der Box mussten wir mit Schrecken feststellen, dass sich der Motor im Rahmen verdreht hatte, und erhebliche Reparaturarbeiten am Auto erforderlich sein würden. Wir hofften jedoch am späten Nachmittag noch bei Autocross antreten zu können, und so wurde ein Reparaturversuch gestartet. Als eines der letzten Teams starteten wir ins Autocross, und die erste halbe Runde sah auch richtig gut aus. Bald musste unser Fahrer jedoch aufgeben, da das Fahrzeug keinen Vortrieb mehr produzierte. Bei der anschließenden Diagnose stellte sich heraus, dass sich aufgrund des Verzugs im Heckrahmen, bedingt durch die Verdrehung des Motors, die Antriebswelle gelöst hatte. An ein Weiterfahren war da nicht mehr zu denken. In der darauf folgenden Besprechung wurde beschlossen, einen umfangreichen Reparaturversuch zu starten. Die Hoffnung auf eine Teilnahme bei Endurance am nächsten Tag hielt uns aufrecht. So ging die ganze Truppe ans Werk den Motor auszubauen, bis wir schließlich am späten Abend das Eventgelände verlassen mussten.

Tag 5:

Das Team startete bereits um 6:15 Morgens zum Eventgelände um gleich mit den Arbeiten am Auto fortzufahren. Aller Müdigkeit zum Trotz gelang es rasch, den Motor auszubauen, die notwendigen Ersatzteile von anderen Teams zu beschaffen und die ersten Rahmenrohre aus dem Heckrahmen zu entfernen. Neue Laschen mussten gefertigt werden, neue Rohre eingepasst und auch alle Teile wieder korrekt positioniert werden. Trotz aller Anstrengung stellte sich am frühen Nachmittag heraus, dass ein Antritt bei Endurance außer Reichweite ist. Diese Nachricht sorgte für einige Niedergeschlagenheit. Sogleich wurde daher beschlossen die Zelte in Varano de‘ Melegari abzubrechen, und nach Hause zu fahren, um am Montag sofort am Auto weiter zu machen.

Ein Fazit:

Das Team hat den besten Engineering Design Report seiner Geschichte abgeliefert. Im Bewerb Acceleration kratzten wir mit einer sensationellen Zeit von 4,13 Sekunden an den Top 10, die Fahrer lobten insbesondere das Handling des Boliden. Statics hat sich wieder verbessert, und trotz der fehlenden Punkte aus Endurance, Autocross und Efficiency sind wir mit Platz 22 im Mittelfeld gelandet. Es hat sich gezeigt dass das Auto sehr schnell und äußerst konkurrenzfähig ist.

Trotz aller Enttäuschung über die technischen Probleme überwiegt jedoch die Freude über ein ansonsten sehr gelungenes Event. Mittlerweile haben sich alle wieder etwas erholt und die Vorbereitung für Formula Student Austria in Spielberg ist in vollem Gange. Das Team ist enthusiastisch, voller Energie und zuversichtlich, dort das Ergebnis entscheidend zu verbessern. See you there!  

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